Es gibt Journalisten und Wissenschaftler, die ihre Bedenken zum Thema Nanotechnologie weit genauer und fundierter beschreiben können als ich. Darum will ich nicht das Rad neu erfinden, sondern zitiere hiermit aus einem Spiegel-Artikel vom 09.06.2008:
"Seit einer Weile mehren sich die Hinweise auf Risiken. Die Zwergenteilchen sind so klein, dass sie möglicherweise wie Sand im Getriebe der Körperzellen wirken: In Tierversuchen und an Zellkulturen wurde mehrfach nachgewiesen, dass die bakterienkleinen Krümelchen unerwünschte Reaktionen auslösen können: Werden sie von Fresszellen geschluckt, überlasten sie das Immunsystem und schwächen die Abwehr gegen Infektionen. Werden sie eingeatmet, dringen sie so tief in die Lunge ein, dass sie über die Lungenbläschen bis in den Blutstrom gelangen - und von dort aus sogar bis ins Gehirn, wo sie am Entstehen von Parkinson und Alzheimer beteiligt sein könnten.
Eindeutig bewiesen ist davon bislang nichts, aber Monat für Monat tauchen neue Hinweise auf. In der Fachzeitschrift "Nature Nanotechnology" zum Beispiel verkündeten Forscher der Universität Edinburgh unlängst, dass Labormäuse nach dem Einspritzen von Kohlenstoffröhrchen (Nanotubes) in die Bauchhöhle ähnliche Krankheitssymptome zeigen, wie man sie von Asbest kennt.
Ist Nano also das neue Asbest? Noch ist es zu früh für eine Antwort, noch lassen sich die Ergebnisse von Versuchen an Mäusen oder Zellkulturen kaum verallgemeinern, noch werden oft absurd hohe Dosen verabreicht. Außerdem gibt es keine Nanoopfer zu beklagen. Aber die Sorge in der Fachwelt wächst. Nun mischen sich auch die Verbraucherschützer ein.
"Mittlerweile sind über 500 Nanoprodukte auf dem Markt, und jede Woche kommen etwa drei weitere hinzu", sagt Gerd Billen, Leiter des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Neben sich hat er einen bunten Gabentisch mit Produkten aufgebaut, von Reinigungsmitteln bis zu Socken, alle mit Nanopartikeln versetzt. Billen fühlt sich unwohl angesichts dieser bunten Bescherung: "Wir wehren uns gegen die schleichende Einführung von Nanoprodukten. Wir brauchen eine Kennzeichnungspflicht", meint er und warnt: "Unsere Akzeptanzampel schaltet gerade von Grün auf Gelb."
Das sind ungewohnte Töne. Bislang galt Nano als sexy und innovativ; ein amerikanischer MP3-Player, ein indisches Auto und eine deutsche Fernsehsendung schmücken sich mit dem Begriff. Doch nun beginnt die Stimmung zu kippen. Die Nanorisiken könnten eine der heißen Streitfragen der kommenden Jahre werden, vergleichbar mit Atomenergie oder Gentechnik."
Dem kann ich nichts hinzufügen. Meine bisherigen Rechercheergebnisse zum Bereich Kosmetik finden sie hier.