Grundsätzliches

Seit mehreren Jahren habe ich mit großem Interesse die rasante Entwicklung der Nanotechnologie verfolgt.
Nach wie vor begeistert vom enormen Potential, aber in jüngster Zeit  sehe ich die Entwicklung zunehmend kritisch. Der bedenkenlose Einsatz ohne die bis ins Detail gehende Überprüfung der Nachhaltigkeit verwundert und entsetzt mich.

Die immer breiter werdende Anwendungspalette von Nahrungsmitteln (Verdickungsmittel, Nanolipide z.B. im Eis, Aromastoffe werden "mikroverkapselt", Nano-Titandioxyd in Milka- und Mars-Schokoprodukten) über Kosmetik (Nanoskaliges Titandioxyd und Zinkoxyd beim Sonnenschutz und Nanolipide in Anti-Aging-Produkten), Textilien (Outdoor- und Sportbekleidung, Vorhänge, Polsterstoffe und Teppiche) bis hin zu Oberflächen ("Lotus-Effekt", Nanolacke der Autoindustrie) und nun auch in der Medizin (zum Einschleusen von Zytostatika, im Pandemie-Impfstoff gegen die "Schweinegrippe") und, und, und ...

Das Faszinierende und zugleich Riskante an den Nano-Partikeln ist ihre Größe.
Ein bildhafter Vergleich: Wäre ein Nanometer eine Haselnuss, wäre ein Meter der Planet Erde!

Der Knackpunkt dabei ist: Der selbe Stoff in Nano-Größe kann komplett andere Eigenschaften entwickeln. Zum Beispiel Kohlenstoff : Vom Brikett zum Halbleiter, Leiter oder Supraleiter ... So können ungiftige Stoffe giftig werden, wenn man sie verkleinert. Experten befürchten, dass sich das extrem kleine Nanopulver überall im Körper, in der Lunge, im Blut, ausbreiten und möglicherweise Krebs auslösen könne.

Wie können die Hersteller garantieren, dass keine Nanopartikel freigesetzt werden?
Wie verhalten sich Nanopartikel in unseren Körpern, wenn sie erst einmal eingeschleust wurden (über die Nahrung, in Kosmetik, als Abrieb von Kleidung)?
Warum werden die Nano-Partikel in den Produkten nicht gekennzeichnet?

Vieles am Umgang mit der neuen Technologie erinnert mich fatal an den Einsatz der Atom-Technologie. Von der Entdeckung des Atoms über radioaktive Zahncreme (z.B. "Doramad") und Radium-Schokolade über Hiroshima bis nach Tschernobyl. Zuerst haltlos begeistert, jeder wollte ein bisschen was hippes, radioaktives haben. Und auch aus "Fehlern" wie Atombomben und Reaktorkatastrophen haben die Gesellschaften anscheinend wenig gelernt. Der Homo sapiens hat die Natur im Griff?

Gut in Erinnerung ist mir persönlich auch mein "Lieblingsschuhladen" in den 70ern hier in Stuttgart. Schuh Grau, damals noch in der Schulstrasse. Neben der prima langen Holzrutsche über zwei Stockwerke gab es im Erdgeschoss auch so einen Kasten, wo ich als kleines Mädchen meine Füße in Schuhen hineinstellen konnte. Oben schaute man auf eine Mattscheibe und sah - guck mal!- die eigenen, wackelnden Knochen als bewegtes Röntgenbild. Was als Hilfestellung zur Überprüfung der Schuhgrößen gedacht war, ist im Rückblick zumindest bedenklich.
Deswegen finde ich Vor- Denken besser als Nach-Denken! Aber anscheinend wiederholt sich Geschichte eben leider doch ...

Deswegen hier erstmal einige Links im Netz, damit Sie sich eine eigene Meinung bilden können. Ich wünsche erhellende Momente und wache graue Zellen!

Nano bei Stern.de Spezial

Nano bei SpiegelOnline

Nano und Human-DNA

Nano im Blog

Nano als Risiko?

Pro-Nano

Nano und Verbraucher

Nano-Textilien und Herstellerverzeichnis

Nano-Silber Produkte

Nano-Lebensmittel

Schweizer Akademie der technischen Wissenschaften

TA SWISS Technologiefolgenabschätzung

Bundesministerium Gesundheit und Umwelt